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Der Staatsfeind Nr. 1

„Durch schwere Unwetter wurden in der Landwirtschaft große Schäden verursacht. Gemüse und Obst, aber auch Grünflächen wurden in Mitleidenschaft gezogen", so mussten wir es leider in letzter Zeit einige Male aus den Medien vernehmen.
„Naja, müssen die armen Bauern eben wieder einmal der Staatskasse auf der Tasche liegen. Die Förderungen machen es möglich. Die Bauern sind die letzten, die mir leid tun", erwiderten manche besonders schlau in verschiedenen Internet-Foren.
Mir tut wirklich das Herz weh, wenn ich das Gewäsch von diesen „Bauernhassern" lese. Ich verstehe nicht, warum unsere silvia_wiedemair1Landwirte oft zum Staatsfeind Nr. 1 werden. Denn nicht nur im oben genannten Fall wird gegen die Bauern gewettert. Nein, mir scheint, schön langsam wird bei jedem Bericht über den agrarischen Bereich von vielen Seiten schlechte Stimmung verbreitet. Einige warten nur darauf, bis es irgendwelche neuen Berichte aus der Landwirtschaft gibt, irgendetwas schlechtes wir schon dran sein. Und die agrarischen Vertreter sind sowieso an allem schuld.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die superschlauen Bauernfeinde ebenso daherreden würden, wenn sie selbst von größeren Schäden betroffen wären. Für einen Gemüsebauern, dessen Ernte durch den Hagel komplett zerstört wurde, bedeutet dies auch in weiterer Folge große Ernteausfälle.
Für eine funktionierende Landwirtschaft braucht es nun einmal die Unterstützung der öffentlichen Hand. Doch wir sollten nie vergessen, was die Bäuerinnen und Bauern alles für unser Land tun. Dies rechtfertigt die Zuwendungen wohl sehr leicht. Auch in anderen Bereichen werden Förderungen ausgezahlt, nur meistens eben nicht direkt an den „Endverbraucher".
Und am wichtigsten wäre es, endlich einmal den „Neid auf den Nachbarn" vergessen zu können. Wir sollten froh sein, dass wir in einer Gesellschaft leben, der es größtenteils gut geht.

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