Veröffentlicht: Dienstag, 5. September 2017

Ja, aber...

Desmoani von Landesobmann-Stellvertreter Sandro Gstrein

Schon viel Wissenschaftler, Tierärzte, Philosophen und natürlich Praktiker haben sich über die Frage: „Macht es Sinn eine 9.000-Liter-Kuh zu halten?“, den Kopf zerbrochen. Meine Antwort darauf lautet: „Ja, aber…“.

Dabei ist die Zahl 9.000 eine frei unterstellte Größe. Es ist allseits bekannt, dass es auch Kühe mit über 15.000 Liter Laktationsleistung und mehr gibt. Meine Frage bezieht sich einfach auf die „Turbokuh“, wie sie so oft genannt wird. Natürlich kann ich eine solche Kuh halten. Wissenschaftlich ist dies belegt und auch in der Praxis gibt es genügend Betriebe, die dies bestätigen. In Regionen, wo ich eine Kuh mit bestem Grundfutter und eingenbetrieblichen Kraftfutter und Maisprodukten, wiederkäuergerecht füttern kann, da kann eine „Turbokuh“ durchaus ihre Berechtigung haben. Jetzt kommt aber das große „ABER“. Nur, wenn ich diese Forderungen einhalte, macht es aus meiner Sicht Sinn, die genetisch mögliche Leistung anzustreben. Leider haben wir in den Bergregionen einfach oft nicht die Möglichkeit, in einem optimalen Zeitraum zu ernten, um wirklich beste Nährstoffkonzentrationen im Grundfutter zu haben. Und auch diese (Kraft-) Futterankarrerei - einschließlich Mais - in unsere Hochtäler ist für mich sinnbefreit. Warum füttern wir nicht einfach unsere Kühe so kostengünstig wie möglich? Nur das nötigste an Kraftfutter und dafür weniger Leistung. Tut der Kuh gut, tut der Umwelt gut, tut dem Geldbörserl gut und vielleicht sogar dem Gewissen des Bauern.

Jungbauernkalender 2018

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